folker präsentiert: Rudolstadt-Festival 2026
Zum dritten Mal geht das Jugendfolkorchester (JFO) in diesem Jahr an den Start und bringt mit seinen rund vierzig jungen Musiker:innen deutschen Folk auf die Bühne des Rudolstadt-Festivals. Das Projekt vereint unterschiedlichste musikalische Hintergründe, Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmenden. Wir haben mit vier Mitgliedern des Orchesters gesprochen und sie nach ihren persönlichen Zugängen zur Folkmusik, ihren Einflüssen und ihrer Motivation gefragt, Teil dieses besonderen Ensembles zu sein.
Interview: Alex Peters
Wer bist du musikalisch? Aus welcher Region kommst du? Welches Instrument spielst du? Und über welchen Weg bist du zum JFO gekommen?
Mein Name ist Amelie Kämnitz, ich bin achtzehn Jahre alt und komme aus Jena in Thüringen. Seit zehn Jahren spiele ich Klarinette, später ist die Bassklarinette dazugekommen. Auf das JFO bin ich von meiner Lehrerin aufmerksam gemacht worden. Ich habe mir das Projekt angeschaut, und es hat mich so begeistert, dass ich mich beworben habe und jetzt zum dritten Mal mitwirken kann.
Das JFO vereint viele musikalische Hintergründe und regionale Traditionen. Was bringst du selbst an musikalischer Prägung mit – und was hast du im Orchester neu kennengelernt?
Die ersten Jahre meines Musikunterrichts waren sehr klassisch geprägt. Mit einem Lehrerwechsel zu Antje Taubert bekam ich auch Einblicke in die Klezmermusik, die nun eine große Leidenschaft geworden ist. Über die Orientierung zu traditioneller und Volksmusik bin ich zum Folk gekommen und habe so eine weitere tolle Musik entdecken können.
Im JFO wird viel nach Gehör und ohne Dirigat musiziert. Wie erlebst du diese Art des Zusammenspiels in einem so großen Ensemble? Und was macht sie für dich besonders?
Durch die Erfahrungen im Klezmer habe ich gelernt, nach Gehör zu spielen, was mir auch beim JFO geholfen hat. Ich empfinde diese Art des Lernens und Zusammenspiels als sehr frei und kommunikativ. Alle hören aufeinander, und es kann eine tolle Dynamik entstehen. So kann ich viel von anderen dazulernen, egal welches Instrument sie spielen, wenn ich versuche, Verzierungen oder Phrasen in mein Spiel einzuarbeiten. Es gibt keine Fixierung auf Noten, was alles flexibler macht und ein schönes Miteinander schafft.
Ihr verbringt viel Zeit beim JFO miteinander. Was ist bisher dein Lieblings-JFO-Moment?
Die Zeit beim JFO war jedes Mal im Positiven intensiv. So entstanden viele Lieblings-JFO-Momente, wie die Übernachtung im Proberaum, die Gute-Nacht-Lieder für das jüngere Orchester oder das gemeinsame Experimentieren und Lernen neuer Instrumente, was bei mir die Konzertina war. Auch das Spaßministerium ist ein wichtiger Teil des JFOs, das viel zur entspannten Stimmung beiträgt. Ich denke, es gibt viele Momente, kleine, wie große, die mir in Erinnerung bleiben werden.






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